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ページ番号:0000009734更新日:2020年9月17日更新印刷ページ表示

FRIEDENSDEKLARATION

Am 6. August 1945 wurde Hiroshima von einer einzigen Atombombe zerstört und damals sagte man, dass dort „75 Jahre lang nicht einmal Gras wachsen“ werde.  Aber die Stadt Hiroshima wurde wieder aufgebaut und ist heute zu einem Symbol des Friedens geworden; eine Stadt, die von vielen Menschen aus aller Welt besucht wird.

Gegenwärtig sieht sich die Menschheit mit dem Coronavirus mit einer neuen Bedrohung konfrontiert. Aber es sollte uns gelingen, auch diese Bedrohung zu überwinden, wenn wir aus den Tragödien der Vergangenheit zu lernen bereit sind.

Es ist circa 100 Jahre her, dass die Spanische Grippe viele Millionen Opfer forderte und eine weltweite Panik auslöste. Dies war möglich geworden, weil die Länder sich im 1. Weltkrieg feindlich gegenüberstanden, anstatt gemeinsam zu handeln. Anschließend kam der Nationalismus auf, der in den 2. Weltkrieg und schließlich zum Abwurf der Atombomben führte.

Dieses schmerzhafte Kapitel der Vergangenheit darf sich auf keinen Fall wiederholen. Wir dürfen daher als Zivilgesellschaft keinen auf das eigene Land fokussierten Nationalismus zulassen – nur gemeinsam können wir uns einer Bedrohung erfolgreich entgegenstellen.

„Verletzte und bereits Gestorbene lagen in großer Zahl nebeneinander auf der Brücke. Die meisten hatten Verbrennungen, die Haut hing ihnen in Fetzen vom Körper herab. Viele Menschen flehten: ‚Wasser, gib mir Wasser!‘“ Für den Mann, der diese bitteren Szenen als 13-Jähriger am Tag nach dem Abwurf der Atombombe beobachtete, stand fest: „Krieg entsteht, wenn Menschen nur an sich selbst oder nur an das eigene Land denken.“
Vergangenes Jahr im November besuchte Papst Franziskus Hiroshima und gab uns folgende Worte mit: „Erinnern, gemeinsam gehen, schützen. Dies sind drei moralische Imperative.“ Eine kraftvolle Botschaft.
Und OGATA Sadako, die sich als Hohe Flüchtlingskommissarin der Vereinten Nationen mit großer Leidenschaft für Flüchtlinge einsetzte, sagte aufgrund ihrer eigenen Erfahrung: „Wichtig ist, das Leben der Notleidenden zu retten. Die Länder sind miteinander verbunden und daher kann kein Land nur alleine in Frieden leben.“
Diese Botschaften sind ein Aufruf an uns. Ein Aufruf, dass wir nur „gemeinsam“ den Bedrohungen der Menschheit begegnen und eine Wiederholung der tragischen Vergangenheit vermeiden können.

Die moderne Stadt Hiroshima konnte nur entstehen, weil unsere Eltern und Großeltern sich umeinander kümmerten und gemeinsam Leid und Strapazen überwanden. Besucher aus dem Ausland hinterlassen im Friedensgedächtnismuseum Nachrichten wie „Wir haben von einer Tragödie erfahren, die jetzt auch die unsere ist“, oder „Dies ist eine Lehre für die Zukunft der Menschheit.“ Und so sieht es die Stadt Hiroshima als ihre Aufgabe an, in der Zivilgesellschaft ein allgemeines Bewusstsein dafür hervorzurufen, dass wir uns auf der ganzen Welt gemeinsam für die Abschaffung der Atomwaffen und einen dauerhaften globalen Frieden einsetzen müssen.

Werfen wir einen Blick auf die Vereinten Nationen: Vor 50 Jahren trat der Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NVV) in Kraft und vor drei Jahren wurde der Atomwaffenverbotsvertrag beschlossen. Beide Verträge sind unabdingbar, um Atomwaffen aus dieser Welt zu verbannen. Sie stellen auch ein Rahmenwerk dar, das wir kontinuierlich an die nächsten Generationen weitergeben müssen, aber diese Zukunft ist ungewiss. Daher sollten die führenden Politiker weltweit jetzt erst recht ihre Entschlossenheit festigen und dieses Vertragswerk effektiv Wirkung entfalten lassen.

Aus diesem Grund möchte ich diese Politiker nachdrücklich auffordern, nach Hiroshima zu kommen, damit sie begreifen, was die wahren Konsequenzen eines Atomwaffeneinsatzes sind. Sie sollten in redlicher Absicht bei den NVV-Überprüfungskonferenzen über die Reduzierung der Atomwaffenarsenale beraten, wie dies im Nichtverbreitungsvertrag festgelegt ist. Und ebenso sollten sie sich weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen, in einem konstruktiven Dialog gemeinsam ein Sicherheitssystem zu errichten, das ohne Atomwaffen auskommt.

Ich appelliere auch an die japanische Regierung, die Forderung der Atombombenüberlebenden, den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterschreiben und ratifizieren, zu erhören und diesem Vertrag beizutreten, so dass Japan auch eine einflussreiche Rolle als Vermittler zwischen Atommächten und Nicht-Atommächten übernehmen kann. Japan ist das einzige Land, in dem Atomwaffen zum Einsatz kamen, und es sollte sich dafür einsetzen, dass die Menschen überall auf der Welt den Geist Hiroshimas aufgreifen und „gemeinsam“ aktiv werden. Darüber hinaus fordere ich erneut mit Nachdruck, dass die Regierung sich der vielfältigen Qualen all der Menschen annimmt, die körperlich und seelisch unter den Auswirkungen der Radioaktivität leiden - darunter in erster Linie die durchschnittlich über 83-jährigen Überlebenden der Atombombenabwürfe. Die Unterstützung für diese Menschen muss weiter ausgebaut werden und eine politische Entscheidung zur Erweiterung der „vom Schwarzen Regen betroffenen Gebiete“ getroffen werden.

Am heutigen Tag, bei dieser Friedensgedenkfeier zum 75. Jahrestag des Atombombenabwurfs, wollen wir von ganzem Herzen den Opfern der Atombombe gedenken und ihren Seelen Trost spenden. Und wir geloben, im Bündnis mit Nagasaki und zusammen mit allen gleichgesinnten Menschen weltweit, uns mit aller Kraft für die Abschaffung der Atomwaffen einzusetzen und einen dauerhaften weltweiten Frieden anzustreben.

6. August 2020

MATSUI Kazumi
Bürgermeister der Stadt Hiroshima
Übersetzung: Inter Group Corp.

関連情報

過去の平和宣言(平成15年(2003年)~:PDF文書)/Archive of Peace Declarations(2003~:PDF)

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